Mission Bergwiese
Die Artenvielfalt der Thüringer Bergwiesen gerät zunehmend unter Druck. Neben Nutzungsaufgabe und Verbuschung breiten sich auch invasive Pflanzenarten wie die Vielblättrige Staudenlupine immer stärker aus und verdrängen die typischen Bergwiesenarten. Mit der Mitmachkampagne „Mission Bergwiese“ laden wir dazu ein, die Bergwiesenvielfalt im Biosphärenreservat Thüringer Wald aktiv zu unterstützen. Citizen Science und praktische Mitmachaktionen verbinden Naturschutz und gemeinsames Engagement vor Ort.
Was sind invasive Arten?
Invasive Arten sind Pflanzen oder Tiere, die ursprünglich nicht in einer Region vorkommen. Nicht jede eingeführte Art wird automatisch invasiv. Einige von ihnen breiten sich jedoch besonders erfolgreich aus und verursachen ökologische Probleme. Sie verändern Lebensräume so stark, dass heimische Arten verdrängt werden.
Warum ist die Staudenlupine ein Problem für die Bergwiesen?
Die Vielblättrige Staudenlupine (Lupinus polyphyllus) wurde ursprünglich als Zierpflanze aus Nordamerika nach Europa gebracht. Die Staudenlupine bildet große Samenmengen und kann sich entlang von Wegen und Straßen leicht weiter ausbreiten. Man findet sie häufig an Wegrändern, Böschungen und auf mageren Wiesen.
Die Pflanze reichert Stickstoff im Boden an und verändert dadurch die Standortbedingungen. Viele Pflanzenarten der Bergwiesen sind aber an nährstoffarme Standorte angepasst und reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Lebensräume. Breitet sich die Staudenlupine aus, gehen nicht nur typische Pflanzenarten wie Arnika (Arnica montana), Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) und Perückenflockenblume (Centaurea pseudophrygia) verloren. Auch zahlreiche Insekten und andere Tierarten verlieren Nahrung und Lebensraum. Was für viele von uns schön anzusehen ist, gefährdet die Vielfalt unserer Bergwiesen massiv.
Was ist die „Mission Bergwiese"?
„Mission Bergwiese“ ist eine Mitmachkampagne der Naturstiftung David zusammen mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald zum Schutz der artenreichen Bergwiesen im Thüringer Wald. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Vielfalt dieser wertvollen Lebensräume langfristig erhalten lässt. Dafür verbindet die Kampagne Umweltbildung, Citizen Science und praktische Naturschutzarbeit vor Ort.
Die Mission besteht aus mehreren Bausteinen:
- Lupinendetektive (ab Juni 2026): invasive Staudenlupinen erfassen und dokumentieren
- Wiesenwächter (in Vorbereitung): Entwicklung der Lupinenbestände auf ausgewählten Wiesenflächen beobachten
- Wiesenhelden (in Vorbereitung): praktische Pflege- und Mitmachaktionen unterstützen
Gemeinsam ermöglichen diese Bausteine unterschiedliche Formen der Beteiligung – vom Beobachten bis zum aktiven Einsatz für die Bergwiesenvielfalt.
Werde Teil unserer Mission!
Werde Teil unserer Mission − Lupinendetektive gesucht!
Finde die Lupine. Hilf der Vielfalt.
Die „Lupinendetektive“ bilden den ersten Baustein der Mitmachkampagne. Zwischen Juni und September kannst du Vorkommen der Staudenlupine im Biosphärenreservat Thüringer Wald mit der kostenfreien App Flora Incognita dokumentieren. Die gesammelten Beobachtungen helfen dabei:
- aktuelle Verbreitungsschwerpunkte zu erkennen,
- Ausbreitungswege nachzuvollziehen und
- Schutzmaßnahmen gezielt zu planen.
Jede Beobachtung trägt dazu bei, die Entwicklung der Staudenlupine im Thüringer Wald besser zu verstehen und eindämmende Maßnahmen ergreifen zu können.
Einfach das Projekt „Lupinendetektive“ in der Flora Incognita über die Suchfunktion mit unten stehendem Code aktivieren und los geht´s!
AKTIVIERUNGSCODE: LPN D3T 3TV
Woran erkenne ich die Staudenlupine?
- auffällige blaue bis violette Blütenkerzen zwischen Mai und September
- Wuchshöhen bis über 1 Meter,
- oft große und dichte Bestände
- handförmig angeordnete Blätter
Wie erfasse ich die Lupine in der Flora Incognita?
Wenn du die App auf deinem Smartphone installiert und dort das Projekt „Lupinendetektive” mit Hilfe des Codes LPN D3T 3TV (über die Suchfunktion) aktiviert hast:
- Staudenlupine im Biosphärenreservat Thüringer Wald aufspüren.
- Mit Flora Incognita fotografieren.
- Beobachtung mit Standort speichern.
- Fertig!
Wichtig: Die App benötigt die Erlaubnis, auf deinen Standort zuzugreifen, um den Lupinenfund zu dokumentieren.
Flora Incognita wurde von der Technischen Universität Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena zur Unterstützung von Citizen Science in Wissenschaft und Forschung entwickelt.
Bitte beachte!
Deine Sicherheit geht vor! Bitte bleib bei der Suche immer auf ausgewiesenen Wegen und öffentlich zugänglichen Flächen. Betrete bitte keine Weiden. Auch viele wertvolle Lebensräume sind besonders empfindlich und sollen nicht betreten werden. Innerhalb der Kernzonen des Biosphärenreservates dürfen ausschließlich ausgewiesene Wege genutzt werden (Wegegebot beachten).