© Pascal Scholz

Netzwerk Biodiversitäts-Photovoltaik

Naturschutz und Energiewende werden häufig als Gegensätze diskutiert – dabei können sie sich sinnvoll ergänzen. Auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) lassen sich so planen und gestalten, dass sie neben der Stromerzeugung Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. Mit unserem Projekt zur Biodiversitäts-Photovoltaik unterstützen wir Umwelt- und Naturschutzgruppen dabei, sich aktiv in Planungsprozesse einzubringen und biodiversitätsfreundliche Lösungen vor Ort zu fördern.

 

Was ist Biodiversitäts-Photovoltaik?

Biodiversitäts-Photovoltaik (Biodiv-PV) bezeichnet Photovoltaik-Freiflächenanlagen, bei denen neben der Stromerzeugung auch Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt umgesetzt werden. Im Bereich der Anlagen und ihrem unmittelbaren Umfeld können wertvolle Lebensräume erhalten, neue Strukturen geschaffen und die ökologischen Bedingungen für verschiedene Artengruppen verbessert werden.

Was ist der Hintergrund des Projektes?

Der Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen nimmt in Deutschland stark zu. Ende 2023 beanspruchten solche Anlagen bereits rund 40.000 Hektar Fläche, fast die Hälfte davon auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem weiteren deutlichen Ausbau zu rechnen.

Ein Teil der Anlagen entsteht entlang von Autobahnen und Schienenwegen, dort sind sie gesetzlich privilegiert. Auf anderen Flächen erfolgt die Umsetzung meist über die kommunale Bauleitplanung. Kommunen spielen daher eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Biodiversitätsaspekte in Planung und Genehmigung zu berücksichtigen. Auch lokale Umwelt- und Naturschutzgruppen können hier Impulse geben. Häufig fehlt jedoch das fachliche und rechtliche Wissen, um entsprechende Vorschläge in die Diskussion einzubringen.

Was wollen wir im Projekt erreichen?

Ziel des Projektes ist es, lokale Umwelt- und Naturschutzgruppen als Multiplikatoren zu stärken. Sie sollen befähigt werden, sich fachlich fundiert in Planungs- und Genehmigungsprozesse für PV-Freiflächenanlagen einzubringen. Dazu vermitteln wir Wissen darüber, wie Biodiversitätsmaßnahmen bei Planung, Zulassung und Bau von Anlagen sowohl aus naturschutzfachlicher als auch aus rechtlicher Perspektive berücksichtigt werden können. Gleichzeitig möchten wir das Bewusstsein dafür stärken, dass Energiewende und Biodiversität kein Widerspruch sein müssen, sondern sich sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Was sind die Arbeitsschwerpunkte des Projektes?

Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks von Umwelt- und Naturschutzakteuren. Gemeinsam mit Landesgeschäftsstellen sowie Kreis- und Ortsgruppen von BUND und NABU entsteht eine Beratungsstruktur für Fragen rund um Biodiversitäts-Photovoltaik. Interessierte Gruppen und Einzelpersonen erhalten dabei individuelle Beratung, etwa zur Planung von Biodiversitätsmaßnahmen oder zu Möglichkeiten der Beteiligung in kommunalen Verfahren.

Darüber hinaus werden fortlaufend Fachinformationen zum Thema PV-Freiflächenanlagen und Biodiversität gesammelt, aufbereitet und im Netzwerk weitergegeben. Good-Practice-Beispiele werden recherchiert und dokumentiert. Die Ergebnisse werden unter anderem im Rahmen von Online-Workshops, Exkursionen und Fachveranstaltungen gemeinsam mit Expertinnen und Experten vermittelt.

Kontakt

Violetta Färber Telefon: +49 361 710 129-34 Mail schreiben

Was es schon gibt:

Biodiversität im Solarpark - Forschungsprojekt BIODIV-SOLAR

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt BIODIV-SOLAR ist ein kooperatives Projekt der Hochschule Anhalt mit fünf Unternehmenspartnern. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung biodiversitätsfördernder und ökonomisch tragbarer Gesamtkonzepte für Solaranlagen, die auch neue landwirtschaftliche Wertschöpfungsmodelle integrieren.

Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE)

Das KNE unterstützt den naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie informieren über naturschutzfachliche Aspekte im Kontext der Energiewende, beraten bei der Umsetzung natur- und artenschutzrechtlicher Anforderungen und Maßnahmen und bereiten Erkenntnisse aus Wissenschaft, Rechtsprechung, Berufspraxis und Politik auf und ordnen sie ein.

Plattform „Natur im Solarpark" - Ein Wegweiser für kommunale Akteure

Mit der Plattform „Natur im Solarpark" unterstützt das KNE kommunale Akteure und Planer bei der Gestaltung naturschonender Solarparks. Die Wissensplattform führt Schritt für Schritt durch die Bauleitplanung und stellt vor, welche naturschutzfachlichen Instrumente für den jeweiligen Planungsschritt genutzt werden können.

Downloads & Links

Projektinfo Netzwerk BiodivPV

Naturstiftung David (2025) PDF downloaden (355 KB)

Naturverträgliche Gestaltung von Solarparks

Übersicht über Maßnahmen und Hinweise zur Gestaltung (KNE 2024) Link zur Website

Möglichkeiten und Grenzen des artenschutzrechtlichen Ausgleichs in Solarparks

Fachgutachten im Auftrag des KNE (2024) Link zur Website

Kriterien für naturverträgliche Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Gemeinsames Papier des NABU Deutschland e. V. und des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (2021) Link zur Website

Kriterienkatalog zur naturschutzfachlichen Beurteilung von Photovoltaik-Anlagen in der Freifläche

NABU Brandenburg (2023) Link zur Website

Handreichungen der Länder zu Naturschutz und Solarparks

Tabellarische Übersicht (fortlaufende Aktualisierung) Link zur Website

Naturschutzfachliche Mindestkriterien bei PV-Freiflächenanlagen

Leitfaden des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (2024) Link zur Website

Freiflächenphotovoltaik naturverträglich ausbauen

Positionspapier des NABU Thüringen (2024) Link zur Website

Unsere Förderer und Partner