Netzwerk Biodiversitäts-Photovoltaik
Naturschutz und Energiewende werden häufig als Gegensätze diskutiert – dabei können sie sich sinnvoll ergänzen. Auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) lassen sich so planen und gestalten, dass sie neben der Stromerzeugung Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. Mit unserem Projekt zur Biodiversitäts-Photovoltaik unterstützen wir Umwelt- und Naturschutzgruppen dabei, sich aktiv in Planungsprozesse einzubringen und biodiversitätsfreundliche Lösungen vor Ort zu fördern.
Was ist Biodiversitäts-Photovoltaik?
Biodiversitäts-Photovoltaik (Biodiv-PV) bezeichnet Photovoltaik-Freiflächenanlagen, bei denen neben der Stromerzeugung auch Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt umgesetzt werden. Im Bereich der Anlagen und ihrem unmittelbaren Umfeld können wertvolle Lebensräume erhalten, neue Strukturen geschaffen und die ökologischen Bedingungen für verschiedene Artengruppen verbessert werden.
Was ist der Hintergrund des Projektes?
Der Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen nimmt in Deutschland stark zu. Ende 2023 beanspruchten solche Anlagen bereits rund 40.000 Hektar Fläche, fast die Hälfte davon auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem weiteren deutlichen Ausbau zu rechnen.
Ein Teil der Anlagen entsteht entlang von Autobahnen und Schienenwegen, dort sind sie gesetzlich privilegiert. Auf anderen Flächen erfolgt die Umsetzung meist über die kommunale Bauleitplanung. Kommunen spielen daher eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Biodiversitätsaspekte in Planung und Genehmigung zu berücksichtigen. Auch lokale Umwelt- und Naturschutzgruppen können hier Impulse geben. Häufig fehlt jedoch das fachliche und rechtliche Wissen, um entsprechende Vorschläge in die Diskussion einzubringen.
Was wollen wir im Projekt erreichen?
Ziel des Projektes ist es, lokale Umwelt- und Naturschutzgruppen als Multiplikatoren zu stärken. Sie sollen befähigt werden, sich fachlich fundiert in Planungs- und Genehmigungsprozesse für PV-Freiflächenanlagen einzubringen. Dazu vermitteln wir Wissen darüber, wie Biodiversitätsmaßnahmen bei Planung, Zulassung und Bau von Anlagen sowohl aus naturschutzfachlicher als auch aus rechtlicher Perspektive berücksichtigt werden können. Gleichzeitig möchten wir das Bewusstsein dafür stärken, dass Energiewende und Biodiversität kein Widerspruch sein müssen, sondern sich sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Was sind die Arbeitsschwerpunkte des Projektes?
Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks von Umwelt- und Naturschutzakteuren. Gemeinsam mit Landesgeschäftsstellen sowie Kreis- und Ortsgruppen von BUND und NABU entsteht eine Beratungsstruktur für Fragen rund um Biodiversitäts-Photovoltaik. Interessierte Gruppen und Einzelpersonen erhalten dabei individuelle Beratung, etwa zur Planung von Biodiversitätsmaßnahmen oder zu Möglichkeiten der Beteiligung in kommunalen Verfahren.
Darüber hinaus werden fortlaufend Fachinformationen zum Thema PV-Freiflächenanlagen und Biodiversität gesammelt, aufbereitet und im Netzwerk weitergegeben. Good-Practice-Beispiele werden recherchiert und dokumentiert. Die Ergebnisse werden unter anderem im Rahmen von Online-Workshops, Exkursionen und Fachveranstaltungen gemeinsam mit Expertinnen und Experten vermittelt.