Bläulinge  © Thomas Stephan

Presse

Willkommen im Pressebereich der Naturstiftung David. Sie finden hier eine kurze Information zur Naturstiftung David, aktuelle Pressemitteilungen und unser Logo. Für weiterführende Informationen kontaktieren Sie bitte unsere Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Pressemitteilungen

12.08.2026 - Die Vesser erhält ihren natürlichen Bachlauf zurück: Rückbau des ehemaligen Schanzenauslaufes im Vessertal beginnt Ende August

PRESSEMITTEILUNG 

Ilmenau, 12.08.2026

 

Die Vesser erhält ihren natürlichen Bachlauf zurück: Rückbau des ehemaligen Schanzenauslaufes im Vessertal beginnt Ende August
Naturstiftung David startet Renaturierungsmaßnahme im Naturschutzgroßprojekt „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ – Wanderweg während der Bauzeit gesperrt

Am 24. August beginnen im Vessertal südlich von Vesser die Arbeiten zum Rückbau des Schanzenauslaufes der früheren Skisprunganlage „Walter-Ulbricht-Schanze“. Mit dem Rückbau des inzwischen maroden Bauwerkes erhält die Vesser ein Stück ihres natürlichen Bachlaufes zurück, gleichzeitig bleiben prägende Elemente der ehemaligen Schanzenanlage als Zeugnisse ihrer Geschichte erhalten. Die Maßnahme ist Teil des Naturschutzgroßprojektes „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ der Naturstiftung David und soll bis voraussichtlich Ende November abgeschlossen werden.

Seit dem letzten Sprungwettbewerb im Jahr 2002 hat das Bauwerk seine Funktion als Sportanlage verloren. Die Überbauung der Vesser mit einer rund 40 Meter langen Betondecke und einem aufgeschütteten Damm beeinträchtigt jedoch die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers, verdunkelt den Bachlauf und schränkt den natürlichen Kaltluftabfluss ins Tal ein. Auch das Unterführungsbauwerk des angrenzenden Forst- und Wanderweges entspricht den Anforderungen an die Verkehrssicherheit nur noch eingeschränkt.

Im Zuge der Bauarbeiten wird der Erddamm teilweise abgetragen, die Betonbauwerke werden zurückgebaut und fachgerecht entsorgt. Anschließend wird der Bachlauf wiederhergestellt und die Böschungen werden neu modelliert. Insgesamt werden so rund 45 Meter der Vesser renaturiert. Zudem wird mit Staudenlupinen belasteter Oberboden entfernt, um die Ausbreitung der invasiven Pflanzenart einzudämmen.

Dem Schutz der Tierwelt gilt dabei besondere Aufmerksamkeit: Vor Beginn der Arbeiten werden Fische aus einem rund 400 Meter langen Gewässerabschnitt abgefangen und in geeignete Bereiche umgesetzt.   

Von der Maßnahme profitieren Natur und Menschen gleichermaßen: Die Vesser kann sich in diesem Abschnitt wieder naturnah entwickeln und der angrenzende Weg wird dauerhaft gesichert. Gleichzeitig verbessert sich der Blick ins Tal und auf den Absprungbereich der ehemaligen Naturschanze.

Während der Bauzeit müssen sich Erholungssuchende auf Einschränkungen einstellen. Der Wanderweg ins Vessertal wird während der Arbeiten gesperrt und um den Rubelsberg umgeleitet. Der Baustellenverkehr erfolgt über den Ruppachweg nach Schmiedefeld und führt nicht durch die Ortslage Vesser. Für die Dauer der Umleitung ist diese vor Ort ausgeschildert sowie im Tourenportal Thüringer Wald ersichtlich.

„Mit der Renaturierung der Vesser verbessern und vernetzen wir wieder vielfältigere Lebensräume für Bachforelle, Feuersalamander und Wasseramsel sowie viele andere Tiere, die auf naturnahe Gewässer und Uferbereiche angewiesen sind. Für die vorübergehenden Einschränkungen während der Bauzeit bitten wir die Anwohnerinnen und Anwohner sowie alle Gäste des Vessertals um Verständnis“, sagt Martin Schmidt, Projektleiter der Naturstiftung David.

Bauherrin der rund 150.000 Euro umfassenden Maßnahme ist die Naturstiftung David. Durchgeführt wird sie in enger Abstimmung mit ThüringenForst (Forstamt Oberhof) und der Verwaltung des Biosphärenreservates Thüringer Wald. Die Arbeiten werden von der JeFra Bauservice GmbH & Co. KG aus Wandersleben ausgeführt. 

Hintergrund

Die Maßnahme ist Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“, das die Naturstiftung David bis 2035 im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald durchführt. Ziel ist es, wertvolle Lebensräume dauerhaft zu sichern und zu entwickeln. Dazu gehört die Renaturierung von Fließgewässern und Mooren sowie der langfristige Erhalt artenreicher Bergwiesen. Das Naturschutzgroßprojekt wird im Bundesprogramm chance.natur vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundes sowie vom Freistaat Thüringen gefördert. Weitere Partner unterstützen die Naturstiftung David bei der Finanzierung des Eigenanteils.

 

Weitere Informationen zum Projekt: www.naturstiftung-david.de/thueringerwald 

Details zur Maßnahme: Maßnahmensteckbrief

 

Kontakt für fachliche Rückfragen:

Naturstiftung David, Martin Schmidt, Tel.: Telefon: +49 361 710 129-20, martin.schmidt@naturstiftung-david.de
 

05.06.2026 - Hoher Besuch zum Tag der Umwelt: Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Tilo Kummer wandern gemeinsam durch die Hohe Schrecke (Thüringen)

PRESSEMITTEILUNG

Erfurt, 05.06.2026

Hoher Besuch zum Tag der Umwelt: Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landesumweltminister Tilo Kummer wandern gemeinsam durch die Hohe Schrecke (Thüringen)
Naturstiftung David informiert über die Erweiterung des Wildnisgebietes auf knapp 3.000 ha 

Auf Einladung der Naturstiftung David und der Anrainerkommunen besuchten Bundesumweltminister Carsten Schneider und Thüringens Umweltminister Tilo Kummer heute das Waldgebiet Hohe Schrecke im Norden Thüringens. Die Naturstiftung David engagiert sich hier seit über 15 Jahren gemeinsam mit den Anrainerkommunen und Landkreisen für den Schutz alter Wälder, den Erhalt von Streuobstwiesen und eine naturschutzgerechte Regionalentwicklung. Hierfür haben Bund, Land und weitere Geldgeber seit dem Jahr 2009 knapp 50 Millionen Euro investiert – in den Erwerb von Naturschutzflächen ebenso wie in konkrete Artenschutzprojekte sowie die touristische Infrastruktur, wie die Hängeseilbrücke über das Bärental. Im Rahmen des heutigen Besuches informierte die Stiftung über den kürzlich realisierten Erwerb einer 770 Hektar großen Wildnisfläche am Südrand der Hohen Schrecke.

Adrian Johst, Geschäftsführer der Naturstiftung David: „Die Hohe Schrecke zeigt eindrucksvoll was ein langfristiges Engagement von Naturschützenden, Anrainerkommunen, öffentlichen und privaten Waldbesitzenden sowie Bund und Land für Naturschutz, Klimaschutz und Regionalentwicklung bewirken kann. Der Schlüssel für den Erfolg ist neben der finanziellen Unterstützung vor allem das gemeinsame und wertschätzende Agieren auf Augenhöhe.

In der rund 8.000 Hektar großen Hohen Schrecke werden verschiedene Naturschutzkonzepte eng verzahnt umgesetzt. An den Waldrändern werden Streuobstwiesen und artenreiche Magerrasen erhalten, während im Hohe-Schrecke-Wald neben einer naturnahen Waldbewirtschaftung auch größere Flächen dauerhaft der Natur als „Urwald von morgen“ überlassen werden. Hierzu konnte die Naturstiftung David vor kurzem mit einer Förderung des Bundes eine 770 Hektar große und naturschutzfachlich besonders wertvolle Waldfläche für 22 Millionen Euro erwerben und damit das Wildnisgebiet Hohe Schrecke auf knapp 3.000 Hektar erweitern. Die von der Familie Lindhorst an die Naturstiftung David verkaufte Fläche zeichnet sich durch teilweise alte urwaldartige Bestände und durch eine große Artenvielfalt aus. 

Adrian Johst, Geschäftsführer der Naturstiftung David: „Wir bedanken uns für die Förderung des Bundesumweltministeriums. Ebenso bedanken wir uns für die Bereitschaft der Familie Lindhorst, durch den Verkauf der Fläche ein bundesweit besonders wichtiges Projekt zum Schutz von Natur und Klima zu ermöglichen. Ein Verkauf an die Naturstiftung David war nicht selbstverständlich. Wir freuen uns, dass sich Familie Lindhorst entschieden hat, mit dem besonderen Blick auf den Erhalt der Artenvielfalt unserer Naturschutzstiftung den Vorzug gegenüber anderen privaten und wirtschaftlich orientierten Kaufinteressenten mit höheren Kaufangeboten zu geben.

Familie Lindhorst hatte den Wald im Jahr 2014 erworben und ihn zur Gewinnung des für die Klimabilanzierung wichtigen Rohstoffes Holz nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit des PEFC-Standards als aktiven Forstbetrieb geführt. In einem Einzelfall kam es dabei trotz des Einsatzes erfahrener Forstwirte und strenger Vorgaben durch den Eigentümer zu Streitigkeiten um die korrekte Waldbewirtschaftung. Den daraus resultierenden Rechtsstreit mit dem Freistaat Thüringen hat Familie Lindhorst auf Wunsch der Naturstiftung David freiwillig beendet, obwohl ein Gerichtsurteil noch ausstand.

Von den Wildnisflächen in der Hohen Schrecke profitieren zahlreiche seltene und störungsempfindliche Arten, darunter der Schwarzstorch und viele Waldfledermausarten. Auch der Klimaschutz wird gestärkt: Unbewirtschaftete alte Laubwälder und ihre Böden speichern langfristig große Mengen Kohlenstoff und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu den gesamtgesellschaftlichen Klimaschutzzielen.

Trotz der dauerhaften Einstellung der Holzwirtschaft bleibt das Gebiet über das bestehende Wanderwegnetz weiterhin erlebbar. Auch der Waldbrandschutz wird weiterhin sichergestellt. Die Naturstiftung David wird die Kosten für die zukünftige Betreuung der erworbenen Fläche dauerhaft übernehmen und bei der Entwicklung der neuen Wildnisfläche eng und vertrauensvoll mit dem Freistaat Thüringen, dem Landkreis Sömmerda, den Anrainerkommunen sowie dem Hohe-Schrecke-Verein zusammenarbeiten.

Statement von Dagmar Dittmer vom Verein „Hohe Schrecke - Alter Wald mit Zukunft e. V.“. In dem Verein sind alle Anrainer-Kommunen der Hohen Schrecke organisiert:

Für die im Hohe-Schrecke-Verein organisierten Gemeinden ist die enge Verknüpfung von Naturschutz und Regionalentwicklung ein zentrales Anliegen. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass die Naturstiftung David die Waldfläche von der Familie Lindhorst für den dauerhaften Natur- und Klimaschutz erworben hat. Mit der Naturstiftung David verbindet uns eine langjährige, verlässliche Partnerschaft. Umso mehr freuen wir uns darauf, gemeinsam mit der Stiftung die neue Wildnisfläche als wichtigen Baustein in unser Konzept für einen naturnahen Tourismus und eine nachhaltige Entwicklung der Region einzubinden.

 

Die aktuelle Meldung des Bundesumweltministeriums finden Sie hier:

www.bundesumweltministerium.de/meldung/carsten-schneider-zum-tag-der-umwelt-5-juni-2026 

Ausführliche Hintergrundinformationen zum Erwerb der neuen Wildnisfläche finden Sie hier: 

www.naturstiftung-david.de/unsere-flaechen/wildnisflaeche-hohe-schrecke   

Bildmaterial zum Download:

Fotos stehen im Rahmen der Berichterstattung zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Bitte beachten Sie die Angabe des Copyrights: © Naturstiftung David sowie die Bildlegenden im Download-Ordner.

Download

Pressekontakt:

Stephanie Hesse, Koordinatorin Presse- und Onlinekommunikation
Telefon: +49 361 710 129-33, presse@naturstiftung-david.de 

Für inhaltliche Rückfragen:

Adrian Johst, Geschäftsführer Naturstiftung David
Telefon: +49 361 710 129-22

28.05.2026 - „Lupinendetektive“ gesucht!

PRESSEMITTEILUNG von Naturstiftung David und Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald

Ilmenau/Schmiedefeld am Rennsteig, 28.05.2026

„Lupinendetektive“ gesucht!
Naturstiftung David und Biosphärenreservat rufen zur Erfassung invasiver Staudenlupinen im Thüringer Wald auf

Im Biosphärenreservat Thüringer Wald startet ab 1. Juni 2026 die neue Mitmach-Aktion „Lupinendetektive“. Gemeinsam rufen die Naturstiftung David und die Verwaltung des Biosphärenreservats dazu auf, Vorkommen der Vielblättrigen Staudenlupine (Lupinus polyphyllus) mit der App Flora Incognita zu erfassen. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze breitet sich auch im Thüringer Wald zunehmend aus. Auf mageren Wiesen und entlang von Wegen verdrängt sie typische Arten wie Arnika (Arnica montana) und beeinträchtigt die Artenvielfalt.

Die Teilnahme ist unkompliziert: Von Juni bis September können Spaziergängerinnen, Wanderer und Urlaubsgäste die Pflanze einfach per Smartphone fotografieren und den Fundort unter dem Projekt „Lupinendetektive“ in der kostenfreien App Flora Incognita speichern. Die Daten unterstützen zukünftige Maßnahmen zum Erhalt der Bergwiesenvielfalt. Der Code zur Aktivierung des Projektes in der Flora Incognita lautet: LPN D3T 3TV.

Warum die Pflanze beobachtet werden soll, erklärt Dr. Tiemo Kahl, Referent für Forschung und Monitoring im Biosphärenreservat Thüringer Wald: „Die Staudenlupine mit ihren auffällig blauen Blütenkerzen wird oft als schöne Wildblume wahrgenommen. Jedoch verändert sie empfindliche Lebensräume wie unsere mageren Bergwiesen tiefgreifend.“ „Citizen Science, also die Beteiligung der Bevölkerung, ermöglicht es uns, große Räume über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Jede Meldung trägt dazu bei, ein besseres Bild der Verbreitung zu erhalten“, ergänzt Britta Trostorff, Projektleiterin bei der Naturstiftung David. 

Flora Incognita wurde von der Technischen Universität Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena zur Unterstützung von Citizen Science in Wissenschaft und Forschung entwickelt. Weitere Informationen zur Teilnahme unter: 
www.naturstiftung-david.de/thueringerwald/mission-bergwiese 

Die Aktion ist Teil des Naturschutzgroßprojektes „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“. Das Projekt wird von der Naturstiftung David von 2025 bis 2035 gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt und im Bundesprogramm chance.natur vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie vom Thüringer Umweltministerium gefördert. Ziel ist es, artenreiche Lebensräume im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald langfristig zu erhalten und zu entwickeln. 

 

Pressekontakte:

Naturstiftung David, Melanie Kleinod, Tel.: Telefon: +49 361 710 129-22, Mobil: +49 152 09 872 603, presse@naturstiftung-david.de

UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, Christina Sittig-Schubert, 
Tel.: Telefon: +49 (361) 57 3924 620, Christina.Sittig-Schubert@nnl.thueringen.de

22.05.2026 - Neues Großprojekt schützt Waldfledermausarten und fördert klimaresiliente Wälder

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG von Naturstiftung David, Deutsche Wildtier Stiftung, Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V (LBV), NABU Baden-Württemberg, NABU Niedersachsen, NABU Nordrhein-Westfalen, Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), Stiftung FLEDERMAUS, Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU), Universität Greifswald

22. Mai 2026

Bundesweites Netzwerk stärkt Wälder als Lebensraum 

In diesem Frühjahr ist ein bundesweites Verbundprojekt zum Schutz von Waldfledermäusen in Deutschland gestartet. Unter der Leitung der Naturstiftung David arbeiten zehn Partnerorganisationen aus Naturschutz und Wissenschaft daran, wichtige Lebensräume von Waldfledermäusen langfristig zu sichern und ökologisch aufzuwerten. Das fünfjährige Vorhaben wird im Nationalen Artenhilfsprogramm gefördert und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zur Stärkung resilienter Waldökosysteme.

Vier Fledermausarten im Fokus

Tagsüber verstecken sich die nachtaktiven Waldfledermäuse in Bäumen, erst nachts gehen sie auf Insektenjagd. Die lautlosen Jäger der Baumkronen sind auf strukturreiche Wälder mit alten Bäumen, Höhlenstrukturen und hohem Insektenreichtum angewiesen. Wo sie geeignete Lebensbedingungen finden, profitieren zahlreiche weitere Arten – sie sind damit Schirmarten und wichtige Botschafterinnen für lebendige Wälder. Im Mittelpunkt des Projekts stehen vier Arten: Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus, Rauhautfledermaus und Kleinabendsegler. Als typische Waldbewohner zeigen sie an, wo ökologische Prozesse in Wäldern intakt sind.

Gemeinsam wirksam in der Fläche 

Getragen wird das Projekt von einem interregionalen Netzwerk aus zehn Partnerorganisationen unter der Leitung der Naturstiftung David. Beteiligt sind Naturschutzverbände, Naturschutzorganisationen, Landesstiftungen und Forschungseinrichtungen. Neben den Verbundpartnern sind auch Bundes- und Landesforste, Waldbesitzende sowie ehrenamtlich Engagierte eingebunden. „Naturschutz wirkt dann besonders erfolgreich, wenn er gemeinsam gedacht und umgesetzt wird. Mit unserem Netzwerk bringen wir Fachwissen, praktische Erfahrung und Engagement aus ganz Deutschland zusammen“, sagt Jana Planek, Leiterin des Verbundprojektes.

Konkrete Maßnahmen für lebendige Wälder

Im Rahmen des Projekts werden über 60 Maßnahmen in Staats-, Kommunal- und Kirchenwäldern ebenso wie in Stiftungs- und Privatwald umgesetzt. Dazu gehören unter anderem der Schutz und die Entwicklung von Habitatbäumen und Waldrefugien, die Sicherung von Höhlenstrukturen und Quartierbäumen sowie die Aufwertung von Jagdhabitaten und Waldrändern.

Ergänzend sind über 70 Fortbildungen geplant, um Wissen zum Schutzmanagement in die Forstpraxis zu bringen und Akteure über den Verbund hinaus zu vernetzen.

Datenbasierte Zukunftsräume gestalten

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung der Datengrundlage: Bestehende Informationen zum Bestand der vier Waldfledermausarten werden zusammengeführt und durch gezielte Erhebungen ergänzt. Daraus entstehen bundesweite Habitatmodelle sowie Karten, die geeignete Lebensräume und bestehende Defizite sichtbar machen. Auch der Klimawandel wird systematisch berücksichtigt: Mithilfe von Projektionen werden zukünftige Verbreitungsgebiete identifiziert, um Lebensräume frühzeitig zu sichern und anzupassen.

Projektförderung

Das Verbundprojekt „Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse“ wird im Nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Es hat eine Laufzeit von fünf Jahren (01.03.2026 – 28.02.2031). Darüber hinaus werden die Teilprojekte von den jeweiligen Ländern und weiteren Partnern unterstützt. Das Verbundprojekt hat ein finanzielles Gesamtvolumen von rund 11,1 Mio. Euro.

Bildmaterial zum Download 

Zur aktuellen Berichterstattung über das Projekt „Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse“ honorarfrei nutzbar. Voraussetzung ist die Urheberangabe „© Thomas Stephan“ direkt am Bild. Kommerzielle und werbliche Nutzung ist ausgeschlossen.

Download 

Ansprechpartner

Naturstiftung David
Stephanie Hesse
Koordinatorin Presse- und Onlinekommunikation 
Tel.: +49 361 710 129-33
E-Mail: presse@naturstiftung-david.de

02.03.2026 – Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald: Naturschutzgroßprojekt startet Umsetzung

PRESSEMITTEILUNG des Thüringer Umweltministeriums und der Naturstiftung David 

2. März 2026

Sperrfrist: 2. März 2026, 15 Uhr 

Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald: Naturschutzgroßprojekt startet Umsetzung

Bund und Land fördern – die Naturstiftung David setzt gemeinsam mit regionalen Partnern Maßnahmen für Arten- und Lebensraumvielfalt, Klimaschutz und einen stabilen Wasserhaushalt um

Mit einem feierlichen Auftakt am Moor „Kleine Hohe Warte“ und im Bahnhof Rennsteig ist das Naturschutzgroßprojekt „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ der Naturstiftung David heute offiziell in seine zehnjährige Umsetzung gestartet. Rund sechzig Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Fachbehörden, Region und Naturschutz nahmen teil. Bundesumweltminister Carsten Schneider und Umweltstaatssekretärin Karin Arndt (in Vertretung von Umweltminister Tilo Kummer) würdigten in ihren Grußworten die Bedeutung des Vorhabens für Biodiversität und Klimaschutz. 

Umweltminister Tilo Kummer erklärt dazu: „Der Thüringer Wald ist eine der herausragenden Naturlandschaften Deutschlands und weit über die Grenzen unseres Landes bekannt. Wir haben hier einen besonderen Naturschatz vor der Haustür, mit wertvollen Bergwiesen, Bächen und Mooren sowie gefährdeten Arten wie Schwarzstorch, Feuersalamander oder die Arnika. Diese einzigartige Natur zu erhalten, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass dank der kombinierten Bundes- und Landesförderung dieses Projekt starten kann.“

Der Geschäftsführer der Naturstiftung David, Adrian Johst, ergänzt: „Die breite Unterstützung aus der Region und das Vertrauen von Bund und Land sowie den vielen Finanzierungspartnern geben uns Rückenwind. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die wertvollen Lebensräume im Thüringer Wald nachhaltig entwickeln und langfristig sichern.“

Grundlage der Umsetzung

Basis der Umsetzung ist ein detaillierter „Pflege- und Entwicklungsplan“, der rund 16.000 Einzelflächen und 570 Bachkilometer im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald betrachtet. Er wurde in den vergangenen vier Jahren von Fachbüros erstellt und intensiv mit regionalen Partnern abgestimmt. Der Plan dokumentiert ein sehr umfangreiches Spektrum an Handlungsbedarfen für die geschädigten Bäche, Moore und Bergwiesen in dem rund 6.100 Hektar großen Projektgebiet. Deshalb konzentriert sich das Projekt zunächst auf die hoch priorisierten Maßnahmen. 

Ausgewählte Maßnahmen im Projektgebiet: 

  • Auf mindestens 72 Bachkilometern werden Starktotholz und Störsteine eingebracht, um Strukturvielfalt und Eigendynamik der Gewässer zu erhöhen.
  • Mindestens 172 Querbauwerke und Anlagen in den Bächen werden zurückgebaut oder umgestaltet, um die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederherzustellen.
  • Auf rund 73 Hektar Moorstandorten im Wald werden Gehölze ganz oder teilweise entfernt, um die natürliche Moorvegetation zu fördern.
  • In 42 Moorstandorten werden Entwässerungsstrukturen zurückgebaut oder Wasserstände angehoben, um die natürliche Speicherfunktion der Moore wiederherzustellen.
  • Für etwa 154 Hektar Berggrünland werden gemeinsam mit den Bewirtschaftenden Möglichkeiten einer stärkeren Nutzung abgestimmt und umgesetzt, um Verbuschung zu verhindern und konkurrenzschwache Arten zu erhalten.
  • Außerdem werden invasive Arten wie die Staudenlupine bekämpft.

Diese und weitere Maßnahmen fördern die Lebensraum- und Artenvielfalt, stärken die Vorkommen seltener Arten wie Feuersalamander oder Rundblättriger Sonnentau und fördern für die Region wichtige Ökosystemleistungen, dazu zählen: Kohlenstoffbindung, Wasserspeicherung, Hochwasserschutz und Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Finanzierung und Partner

Das Umsetzungsprojekt hat ein Gesamtvolumen von etwa 10,4 Millionen Euro. Es wird im Bundesprogramm „chance.natur“ vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu 75 % mit 7,8 Millionen Euro gefördert. Der Freistaat Thüringen beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro zu 15 % an der Finanzierung. Die Naturstiftung David bringt gemeinsam mit weiteren Finanzierungspartnern den erforderlichen zehnprozentigen Eigenanteil (1,04 Millionen Euro) ein. Wichtige Umsetzungspartner vor Ort sind u. a. das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, ThüringenForst AöR sowie die Landkreise Schmalkalden-Meinigen, Hildburghausen und Ilm-Kreis, die Stadt Suhl und weitere Gemeinden im Gebiet. 

Weitere Informationen zum Projekt und eine Kurzfassung des Pflege- und Entwicklungsplans sind hier abrufbar: www.ngp-thueringerwald.de 

Pressekontakte: 

THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, NATURSCHUTZ UND FORSTEN, 

Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit: Tom Wetzling 

Telefon: +49 361 573 91 19-30, presse@tmuenf.thueringen.de

 

Naturstiftung David, 

Koordinatorin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Melanie Kleinod

Telefon: +49 361 710 129-22 | 0152 09 872 603, presse@naturstiftung-david.de

Melanie Kleinod Telefon: +49 361 710 129-22 | +49 152 09 872 603 Mail schreiben

Downloads

David-Logo skalierbare Vektorgrafik (EPS, CMYK) EPS downloaden (3 MB)

David-Logo skalierbare Vektorgrafik Graustufen (EPS, CMYK) EPS downloaden (3 MB)

David-Logo Druck (TIF) TIF downloaden (5 MB)

David-Logo Büro (JPG) JPG downloaden (121 KB)

David-Logo Web (PNG) PNG downloaden (58 KB)