Bläulinge  © Thomas Stephan

Presse

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Pressemitteilungen

02.03.2026 – Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald: Naturschutzgroßprojekt startet Umsetzung

PRESSEMITTEILUNG des Thüringer Umweltministeriums und der Naturstiftung David 

2. März 2026

Sperrfrist: 2. März 2026, 15 Uhr 

Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald: Naturschutzgroßprojekt startet Umsetzung

Bund und Land fördern – die Naturstiftung David setzt gemeinsam mit regionalen Partnern Maßnahmen für Arten- und Lebensraumvielfalt, Klimaschutz und einen stabilen Wasserhaushalt um

Mit einem feierlichen Auftakt am Moor „Kleine Hohe Warte“ und im Bahnhof Rennsteig ist das Naturschutzgroßprojekt „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ der Naturstiftung David heute offiziell in seine zehnjährige Umsetzung gestartet. Rund sechzig Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Fachbehörden, Region und Naturschutz nahmen teil. Bundesumweltminister Carsten Schneider und Umweltstaatssekretärin Karin Arndt (in Vertretung von Umweltminister Tilo Kummer) würdigten in ihren Grußworten die Bedeutung des Vorhabens für Biodiversität und Klimaschutz. 

Umweltminister Tilo Kummer erklärt dazu: „Der Thüringer Wald ist eine der herausragenden Naturlandschaften Deutschlands und weit über die Grenzen unseres Landes bekannt. Wir haben hier einen besonderen Naturschatz vor der Haustür, mit wertvollen Bergwiesen, Bächen und Mooren sowie gefährdeten Arten wie Schwarzstorch, Feuersalamander oder die Arnika. Diese einzigartige Natur zu erhalten, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass dank der kombinierten Bundes- und Landesförderung dieses Projekt starten kann.“

Der Geschäftsführer der Naturstiftung David, Adrian Johst, ergänzt: „Die breite Unterstützung aus der Region und das Vertrauen von Bund und Land sowie den vielen Finanzierungspartnern geben uns Rückenwind. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die wertvollen Lebensräume im Thüringer Wald nachhaltig entwickeln und langfristig sichern.“

Grundlage der Umsetzung

Basis der Umsetzung ist ein detaillierter „Pflege- und Entwicklungsplan“, der rund 16.000 Einzelflächen und 570 Bachkilometer im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald betrachtet. Er wurde in den vergangenen vier Jahren von Fachbüros erstellt und intensiv mit regionalen Partnern abgestimmt. Der Plan dokumentiert ein sehr umfangreiches Spektrum an Handlungsbedarfen für die geschädigten Bäche, Moore und Bergwiesen in dem rund 6.100 Hektar großen Projektgebiet. Deshalb konzentriert sich das Projekt zunächst auf die hoch priorisierten Maßnahmen. 

Ausgewählte Maßnahmen im Projektgebiet: 

  • Auf mindestens 72 Bachkilometern werden Starktotholz und Störsteine eingebracht, um Strukturvielfalt und Eigendynamik der Gewässer zu erhöhen.
  • Mindestens 172 Querbauwerke und Anlagen in den Bächen werden zurückgebaut oder umgestaltet, um die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederherzustellen.
  • Auf rund 73 Hektar Moorstandorten im Wald werden Gehölze ganz oder teilweise entfernt, um die natürliche Moorvegetation zu fördern.
  • In 42 Moorstandorten werden Entwässerungsstrukturen zurückgebaut oder Wasserstände angehoben, um die natürliche Speicherfunktion der Moore wiederherzustellen.
  • Für etwa 154 Hektar Berggrünland werden gemeinsam mit den Bewirtschaftenden Möglichkeiten einer stärkeren Nutzung abgestimmt und umgesetzt, um Verbuschung zu verhindern und konkurrenzschwache Arten zu erhalten.
  • Außerdem werden invasive Arten wie die Staudenlupine bekämpft.

Diese und weitere Maßnahmen fördern die Lebensraum- und Artenvielfalt, stärken die Vorkommen seltener Arten wie Feuersalamander oder Rundblättriger Sonnentau und fördern für die Region wichtige Ökosystemleistungen, dazu zählen: Kohlenstoffbindung, Wasserspeicherung, Hochwasserschutz und Stabilisierung des Wasserhaushalts.

Finanzierung und Partner

Das Umsetzungsprojekt hat ein Gesamtvolumen von etwa 10,4 Millionen Euro. Es wird im Bundesprogramm „chance.natur“ vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu 75 % mit 7,8 Millionen Euro gefördert. Der Freistaat Thüringen beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro zu 15 % an der Finanzierung. Die Naturstiftung David bringt gemeinsam mit weiteren Finanzierungspartnern den erforderlichen zehnprozentigen Eigenanteil (1,04 Millionen Euro) ein. Wichtige Umsetzungspartner vor Ort sind u. a. das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, ThüringenForst AöR sowie die Landkreise Schmalkalden-Meinigen, Hildburghausen und Ilm-Kreis, die Stadt Suhl und weitere Gemeinden im Gebiet. 

Weitere Informationen zum Projekt und eine Kurzfassung des Pflege- und Entwicklungsplans sind hier abrufbar: www.ngp-thueringerwald.de 

Pressekontakte: 

THÜRINGER MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, NATURSCHUTZ UND FORSTEN, 

Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit: Tom Wetzling 

Telefon: +49 361 573 91 19-30, presse@tmuenf.thueringen.de

 

Naturstiftung David, 

Koordinatorin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Melanie Kleinod

Telefon: +49 361 710 129-22 | 0152 09 872 603, presse@naturstiftung-david.de

07.11.2025 – Weidewonne-Wollwerkstatt 2.0 bringt Akteure der regionalen Wollwirtschaft in Erfurt zusammen

Auf Einladung der Naturstiftung David fand am 6. November 2025 in Erfurt die zweite Weidewonne-Wollwerkstatt statt. Rund 50 Schäferinnen und Schäfer, Designerinnen und Designer sowie wollverarbeitende Betriebe aus Thüringen und anderen Bundesländern, Österreich und der Schweiz kamen hier zusammen. Angesichts sinkender Zahlen an Schäfereibetrieben und anhaltend niedriger Preise für heimische Wolle diskutierten sie neue Wege für eine zukunftsfähige regionale Wollwirtschaft. Mit der Wollwerkstatt will das Projekt Weidewonne neue Impulse für eine faire und nachhaltige Wollnutzung setzen und damit das Schäfereihandwerk in Thüringen und darüber hinaus stärken.

„Unser Ziel ist es, Wolle wieder als das sichtbar zu machen, was sie ist: ein wertvoller, nachhaltiger Rohstoff von nebenan,“ sagt Stefanie Schröter, Projektleiterin von Weidewonne bei der Naturstiftung David. „Dafür braucht es Austausch, Kreativität und neue Kooperationen zwischen Schafzucht, Verarbeitung, Design und Vermarktung. Genau das wollen wir mit unserer Wollwerkstatt schaffen, um die Wertschöpfung rund um heimisch Wolle zu fördern.“

Jens Philippi, Geschäftsführer der eigengut OHG und einer der Referenten der Wollwerkstatt, bringt es auf den Punkt: „Erst wenn Nachhaltigkeit sich verkauft, wird sie zur Realität“.

Impulse aus Praxis und Kommunikation

Eröffnet wurde der Tag mit einem Impulsvortrag zu der Frage, wie regionale Wolle durch authentisches Storytelling und Social-Media-Kommunikation mehr Aufmerksamkeit gewinnen kann. Anschließend gaben drei Fachreferierende aus den Bereichen Rohwollgewinnung, Kommunikation und Produktentwicklung praxisnahe Einblicke in ihre Themenfelder und aktuelle Herausforderungen. Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Werkstattrunden konkrete Ideen dazu. Dabei entstand eine Vielzahl an Ansätzen, wie regionale Wolle sichtbarer gemacht und wirtschaftlich besser genutzt werden kann. Zur besseren Vernetzung konnten auf einem „Markt der Möglichkeiten“ auch eigene Projekte, Produkte oder Ideen vorgestellt und passende Partner gewonnen werden.

Die Ergebnisse der Werkstatt sollen in die weitere Arbeit des Weidewonne-Netzwerks einfließen, insbesondere in die Entwicklung neuer Produktideen und Kommunikationsstrategien sowie Optimierungen bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohwolle.

Hintergrund: Wolle als Rohstoff mit Zukunft

Heimische Wolle ist ein vielseitiger, nachwachsender Rohstoff, der jedoch häufig unter Wert gehandelt wird. Oftmals decken die Erlöse nicht einmal die Schurkosten. Dabei hat Wolle das Potenzial als Rohstoff für viele – teils innovative – Produkte: von Dämmstoffen über Matratzen und Geotextilien bis hin zu hochwertiger Kleidung. Das Projekt Weidewonne setzt sich dafür ein, regionale Wertschöpfungsketten in der Wollverarbeitung aufzubauen, Produkte aus heimischer Wolle zu fördern und Schäfereien bei der Vermarktung ihrer Leistungen zu unterstützen. 

Über Weidewonne

Weidewonne ist ein Unterstützungsnetzwerk für Thüringer Schäfereibetriebe, die durch ihre Landschaftspflege wertvolle Beiträge für den Naturschutz leisten. Das Projekt wird von der Naturstiftung David betreut und im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die gleichnamige Marke dient als Label für die Vermarktung von Lammfleisch und Wolle aus Thüringen und wurde 2014 vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten initiiert, das das Projekt ebenfalls unterstützt. 

 

Kontakt für Presserückfragen:

Naturstiftung David, Melanie Kleinod, Telefon: +49 361 710 129-22 | +49 152 09 872 603, melanie.kleinod@naturstiftung-david.de

21.10.2025 – Fichtenbestand am Schmücker Graben soll lichter Moorwald werden

ThüringenForst und Naturstiftung David bereiten Moorrenaturierung vor

Am Schmücker Graben unterhalb des Schneekopfes beginnen in diesen Tagen umfassende Fällarbeiten. Das Forstamt Oberhof entnimmt bis zu einem Drittel der Fichten mit Hilfe bodenschonender Holzerntetechnik. Der Eingriff hat einen besonderen Hintergrund: Die Maßnahme dient der Vorbereitung einer geplanten Moorrenaturierung der Naturstiftung David im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“. Die Fällarbeiten erfolgen auf Initiative und Kosten von ThüringenForst und gehen dem offiziellen Start der Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojekts voraus. 

In den kommenden Jahren will die Naturstiftung David an die begonnenen Arbeiten anknüpfen und das Moor, das zu den größten im Thüringer Wald zählt, Schritt für Schritt wiederherstellen. Durch Verschluss alter Entwässerungsanlagen und die Auflichtung des Waldes soll wieder ein intaktes Moor mit naturnahem Moorwald entstehen. Dieses bietet spezialisierten Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum, speichert Wasser und Kohlenstoff, senkt die Waldbrandgefahr und hilft, bei Starkregen den Abfluss ins Tal zu verringern.

ThüringenForst betont die besondere Herausforderung des Vorhabens: Die Holzernte erfolgt bodenschonend mit Seilkrantechnik, um die empfindlichen Moorböden zu schützen. Schon im Rahmen des Modellprojektes „Waldumbau in den mittleren, Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes“ stand für das Forstamt Oberhof der Schutz und die Entwicklung des Moores durch eine gezielte Waldpflege und -entwicklung im Fokus. Das gemeinsame Vorhaben mit der Naturstiftung David ist darüber hinaus eine wesentlich umfassendere und zielführende Maßnahme.

„Die Entwicklung dieser Moorfläche liegt mir schon lange am Herzen“, betont der zuständige Revierförster Ronny Eckhardt. Durch die Holzernte kommt es zeitweise zur Sperrung des Hauptwanderweges von der oberen Wegekreuzung im Schmücker Graben bis zum Adler. Eine Umgehung empfiehlt sich direkt über den Schneekopf. Das Forstamt gibt weitere Hinweise über das Wanderportal Outdooractive.

„Wir sind sehr froh, dass uns ThüringenForst bei der Moorrenaturierung unterstützt und bereits jetzt mit dem Auflichten des Fichtenbestandes beginnt. So können wir ab dem kommenden Jahr mit weiteren Maßnahmen anschließen, um das Moor wieder besser mit Wasser zu versorgen“, erklärt Martin Schmidt, Projektleiter bei der Naturstiftung David. „Die Moore im Thüringer Wald sind zwar klein, aber in ihrer Vielzahl von großer Bedeutung für die Artenvielfalt, den Wasserhaushalt und damit auch für die Klimaanpassungsfähigkeit der Region.“ 

Hintergrund:

Bereits in den 1920er-Jahren wurde am Schmücker Graben eine Brunnenanlage zur Wasserversorgung Oberhofs errichtet. Seitdem wird das Moor in etwa drei Metern Tiefe entwässert, wobei die Anlage selbst längst nicht mehr benötigt wird. Zusätzlich entstanden in den 1930er-Jahren zahlreiche Entwässerungsgräben, um die Flächen forstwirtschaftlich nutzbar zu machen. In den 1950er-Jahren wurde schließlich großflächig aufgeforstet. Seither steht ein dichter Fichtenbestand auf dem Moorkörper, der dem Moor zusätzlich Wasser entzieht.

Die Planungsphase des Naturschutzgroßprojektes „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“ wurde von Bund und Land im Förderprogramm Chance.Natur unterstützt und im Sommer 2025 abgeschlossen. In der vorgesehenen Umsetzungsphase sollen bis 2035 im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald 75 Waldmoore renaturiert sowie das gesamte Gewässernetz naturnah gestaltet und der Erhalt von rund 1.500 Hektar Bergwiesen gesichert werden.

Kontakt für Rückfragen:

ThüringenForst: Thüringer Forstamt Oberhof, Tel.: 036842-5260, ronny.eckhardt@forst.thueringen.de

Naturstiftung David: Martin Schmidt, Tel.: 0361 710 129-20, martin.schmidt@naturstiftung-david.de

Melanie Kleinod Telefon: +49 361 710 129-22 | +49 152 09 872 603 Mail schreiben

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