Hohe Schrecke © Thomas Stephan
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Arrondierung und Vernetzung von Naturschutzflächen

Die gesicherten Flächen des Nationalen Naturerbes und großflächige (teilweise noch zu sichernde) Wildnisflächen können einen wichtigen Beitrag zum 2 %-Wildnisziel der Nationalen Strategie der biologischen Vielfalt und zum gesamtdeutschen Biotopverbund leisten. Innerhalb dieser Flächen liegen aber oft noch kleinere Flächen im Fremdeigentum. Zudem erreichen einige Flächen nicht die geforderte Mindestgröße für Wildnisgebiete von 1.000 Hektar. Und viele der Flächen sind unzureichend mit benachbarten, naturschutzrelevanten Flächen vernetzt. Seit dem Jahr 2017 beschäftigt sich ein Projekt mit der Frage, wie man Naturerbe- und Wildnisflächen erweitern und besser vernetzen kann.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern verfügt derzeit sowohl über die höchste Anzahl an Naturerbeflächen als auch über die meisten großflächigen (potenziellen) Wildnisgebiete, weshalb hier das Arrondierungs- und Vernetzungspotenzial besonders hoch ist. Die Flächeneigentümer des NNE sind in MV besonders gut untereinander sowie mit den zuständigen Naturschutzbehörden vernetzt, wodurch die eigentümerübergreifende Zusammenarbeit gut umsetzbar erscheint. Aufgrund der schwachen Wirtschaftskraft erweist sich eine private Finanzierung im Rahmen der Flächensicherung in MV als besonders schwierig.

Thüringen/Sachsen-Anhalt: Bei den Naturerbeflächen und Wildnisgebieten in Thüringen und Sachsen-Anhalt handelt es sich oftmals um kleinflächige und verstreut liegende Gebiete (beispielsweise am Grünen Band). Ende 2018 wurde in Thüringen die Flächenkulisse zum 5 %-Waldwildnisziel vorgestellt, welche nach Möglichkeit um Flächen im Eigentum von Kommunen, Kirchen sowie Naturschutzorganisation ergänzt werden soll. In Sachsen-Anhalt befinden sich rund 19.000 ha des NNEs – auch hier sollen Arrondierungs- und Vernetzungspotenziale geprüft werden.

Wispertaunus in Hessen: Das Land Hessen verfügt über einen geringen Anteil an NNE-Flächen (1.070 ha), allerdings über einen hohen Anteil an potenziellen Naturschutzflächen im Eigentum von Kommunen (insbesondere im Taunus). Darüber hinaus bietet es sich an, noch nicht im NNE gesicherte Flächen der Bundesimmobilienanstalt in die Arrondierung mit einzubinden. Eine private (Ko-)Finanzierung beim Erwerb von Arrondierungsflächen scheint hier aufgrund der Wirtschaftsstärke am ehesten umzusetzen.

Im Bundesnaturschutzgesetz wurde verankert, dass 10 % der Landesfläche zum Biotopverbund zusammengeschlossen werden sollen. Innerhalb des Biotopverbundes können große Wildnisgebiete als Kernbereiche wirken, während kleinere, nahe beieinander liegende „Wildnisinseln“ (z. B. kleinere Flächen des Nationalen Naturerbes) wichtige Trittsteine für räumlich wenig mobile Arten darstellen.

Mit zunehmend steigenden Flächenpreisen und zurückgehender Verkaufsbereitschaft müssen für die zukünftige möglichst effiziente (eigentumsrechtliche) Sicherung von Flächen für den Naturschutz neue Ansätze entwickelt und erprobt werden. Für den Erwerb von geeigneten Flächen bedarf es oft der kurzfristigen Mittelverfügbarkeit bzw. der Bereitstellung eines Eigenanteils, um öffentliche Zuschüsse nutzen können. Beides ist für Naturschutzorganisationen jedoch nur in Einzelfällen zu leisten.

Angestrebt werden neue Finanzierungsansätze, welche private und staatliche Mittel verknüpfen.

 

Kontakt

Jana Planek Telefon: +49 361 55503-38 Mail schreiben
Katharina Kuhlmey Telefon: +49 361 55503-37 Mail schreiben

Das Entwicklungs- und Erprobungsprojekt

In einem gemeinsamen E+E-Vorhaben indentifizieren die Naturstiftung David, die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt in drei ausgewählten Regionen Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen/Sachsen-Anhalt, Wispertaunus) potenzielle Flächen zur Arrondierung und Vernetzung von Naturerbe- und Wildnisflächen. Im Dialog mit Flächeneigentümern (öffentliche Hand, Kirchen, Privateigentümer) wird das Interesse an gemeinsamen Arrondierungs- und Vernetzungsprojekten (durch Erwerb, Nießbrauch, Abkauf des dauerhaften Nutzungsverzichts) eruiert. In Folge dieses Prozesses sollen konkrete Ideen für die Umsetzung dieser Projekte aufgestellt werden. Neue Finanzierungsansätze sollen flankierend entwickelt und erprobt werden.

Projektname: „Entwicklung und Erprobung von eigentümerspezifischen Ansätzen zur Arrondierung und Vernetzung von Flächen des NNE und von Wildnisflächen unter Berücksichtigung verschiedener Finanzierungsansätze“

Projektförderer: BfN mit Mitteln des BMU
Projektlaufzeit:
Dezember 2017 bis November 2019

Die drei Modellregionen

Mecklenburg-Vorpommern

Thüringen/Sachsen-Anhalt

Wispertaunus in Hessen

Wildnis auf ehemaligen Militärflächen

Mit einem Forschungsprojekt unterstützte die Naturstiftung David die Initiative von Bundesregierung und Naturschutzorganisationen deutschlandweit großflächige Wildnisgebiete zu entwickeln. Aufgrund ihrer Größe und Unzerschnittenheit eigenen sich hierfür auch ehemalige Militärflächen. Im Rahmen des Projektes wurden diejenigen ehemaligen Militärflächen identifiziert, die ausreichend groß und möglichst frei von Nutzungskonflikten sind. Bei den Recherchen wurden auch direkt an ehemalige Übungsplätze angrenzende Flächen berücksichtigt.

Projektname: „Potenzial von aktuell und ehemals genutzten militärischen Flächen das Erreichen des 2 %-Wildnisziels der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“

Projektförderer: BfN mit Mitteln des BMUB
Projektlaufzeit: Juli 2015 bis November 2017

zur Archivseite „Wildnis auf Militärflächen"

Downloads & Links

Arrondierung von Naturschutzflächen

Projektinformation des E&E-Vorhabens - Druckversion PDF downloaden (2 MB)

Zoologische Gesellschaft Frankfurt - Vernetzung und Erweiterung von Wildnisgebieten

Link zur Website

Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt

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Initiative Wildnis in Deutschland

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